Radtour Kaarst – Venlo – Roermond – Kaarst

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Es war schon lange mein Wunsch, endlich wieder mit dem Rad durch die Niederlande zu fahren. Seitdem ich in Kaarst wohne, wohne ich relativ weit von unserem Nachbarland entfernt. Während ich in meiner alten Heimat kaum 15 Minuten radeln musste (Megchelen, Gendringen usw.), benötige ich von meinem neuen Wohnort aus, in dem ich seit mehr als 8 Jahre lebe, fast die halbe Etappenlänge. Das hat mich bislang gehindert, eine solche Tour in Angriff zu nehmen.

Nun habe ich mich mit der Navigation und der Erstellung von digitalen Radrouten beschäftigt. Dabei habe ich herausgefunden, dass ich mit einer Entfernung von unter 40 km in die Niederlande fahren kann. Und zwar in die Gegend von Venlo (Groote Heide). Diese Gegend kenne ich von früher, denn dort bin ich schon gefahren, als ich noch in Duisburg bzw. Düsseldorf wohnte (bis September 2002). Das Rad wurde dabei auf das Auto geschnallt und schon konnte ich auf dem Parkplatz in der Nähe der Grenze bzw. Hinsbecker Seen parken und mit dem Rad stundenlang durch die Niederlande fahren.

Diese Art der Radbeförderung mache ich schon lange nicht mehr, da ich das nicht mehr möchte. Ein Auto bewegen, um dann mit dem Rad zu fahren, habe ich für mich mittlerweile ausgeschlossen. Also muss ich entweder nur mit dem Rad fahren oder einen Zug benutzen. Mit dem Pedelec ist mein Aktionsradius natürlich größer als mit einen konventionell betriebenen Tourenrad. Man wird ja auch nicht jünger.

Dieses vorweg geschickt, kann ich berichten, dass mein Wunsch am 02.04.2021 in Erfüllung gegangen ist. Mit dem Pedelec musste ich ziemlich genau 35 km fahren, um an den Parkplatz zu kommen, den ich früher mit dem Auto abgefahren war. Von dort aus sind es nur noch ein paar Meter, um die Grenze zu überqueren. Man merkt es kaum, dass man die Grenze passiert hat. Eigentlich wollte nur diese Strecke fahren, um das neue Navi Garmin Edge 530 auszuprobieren. Und das hat hervorragend geklappt und die erstellte Tour mit den GPX-Daten hat mich zum Ziel geführt.

Meine Routen habe ich auf bikemap.net geplant und dann in das Navi übertragen. Das ging problemlos.

Das ist die Tour von Kaarst zum Parkplatz in der Nähe der B221 zwischen Hinsbecker Seen und Grenzübergang “Groote Heide”:

 

Der ursprüngliche Plan war, dass ich die Strecke auch wieder zurückfahren würde, denn mit einer Gesamtlänge von dann ca. 75 bis 85 km wäre die Tour durchaus ausreichend bemessen. Ich hatte aber, da mir die Tourplanung viel Spaß gemacht hatte, bereits zwei weitere Touren erstellt. Und zwar von Venlo nach Roermond und von Roermond (Elmpt) nach Kaarst. Naja, ich hatte diese Touren wirklich für sich geplant, daher hatten sie keine direkt übergehende Verbindung.

Als ich dann den Parkplatz passiert hatte und endlich wieder die “Groote Heide” sah, entschied ich mich, den Weg nach Roermond (Asenray) unter die Räder zu nehmen. Diese Strecke sollte nach Plan ca. 30 km lang sein. Von dort aus wollte ich dann die dritte Tour nach Hause starten, die dann ca. 48 km lang sein würde. Insgesamt also ca. 113 km. Das traute ich mir zu, daher startete ich die zweite Tour in meinem Navi und folgte den Anweisungen.

Leider hat sich das Navi dann verheddert, die Bindung zur Route verloren und ich bin wohl dann auch einmal falsch abgebogen. So hatte es sich ergeben, dass ich blindlings, eher nach Gefühl, gefahren bin. Das Navi versuchte immer, mich wieder zur Route zu führen, meldete aber ein ums andere Mal “Bitte wenden” oder “Streckenabweichung”. Das war suboptimal und ich kam etwas in Hektik. Mit Hilfe der Knotenpunkttafeln jedoch konnte ich dann meine später wiedergefundene Route gut unterstützen.

Das ist die Route von Venlo (Groote Heide) nach Roermond bzw. Asenray – Grenzübergang zu Elmpt:

 

Die Knotenpunkte in den Niederlanden sind sehr aussagefähig und die Beschilderung zwischen den Punkte ausgezeichnet. Die Wegstrecken sind nicht immer gut zu fahren, weil es teilweise über ausgefahrene Wald- und Wirtschaftswege geht. Mit einem Mountain-Bike hätte man seine Freude, aber mit einem Touren-/Trekkingrad ist das teilweise nicht gut.

Mit diesen Tafel gelingt wohl jede Tour in den Niederlanden

Auch mit Unterstützung der verschiedenen Knotenpunkte gelangte ich dann nach Asenray, dem Grenzübergang zu Deutschland. Hätte ich mich nicht verfahren, dann wäre ich zu diesem Zeitpunkt ca. 65 km unterwegs gewesen. Da ich mich sehr aufwendig verfahren hatte, auch musste ich zwei Mal wenden, zeigte der Entfernungsmesser bereits 74 km. Also war es ein leichtes Rechenwerk zu ermitteln, sollte die dritte Tour von der Entfernung her passen, dass ich mindestens 122 km an diesem Tag würde zurücklegen müssen.

Der Endpunkt meiner zweiten Tour war auch gleichzeitig der Startpunkt meiner Tour nach Hause – Zufall. Die geplante Route hatte eine Länge von ca. 48 km und führte größtenteils auf Radwegen der Marke “Made and Powered by Kreis Viersen” entlang von Land- und Kreisstraßen. Es ist nicht neu, dass ich von den Radwegen, die man im Kreis Viersen befahren muss, mehr als enttäuscht bin. Es werden Fahrbahndecken neu erstellt für den MIV, aber die Huckel- und Lochpisten, die man als Radwege kennzeichnet, spotten jeder Beschreibung. Gut ist, dass zumindest die Bürger im Kreis Viersen weiterhin den Radwegen beim Fahrradklimatest die richtige Note, nämlich eine schlechte, geben.

Das ist die Tour, die ich dann unter die Räder nehmen musste, um wieder nach Hause zu kommen:

 

Dieses Mal musste ich nur kurz in der Nähe von Mackenstein eine Baustelle umfahren, um dann wieder auf die Route zu kommen. Ich bin, obwohl ich ab Viersen den Weg kannte, einfach auf der Route weitergefahren. Sie ist nicht die kürzeste. Das war mir aber egal. Nach 6 Stunden und 52 Minuten war ich dann wieder zu Hause.

Auf der gesamten Strecke ist nichts passiert. Nur das übliche ist mir begegnet. Und dabei spielt es keine Rolle, ob man in Deutschland oder in den Niederlanden ist. Die Autofahrer sind ignorant und rücksichtslos, die Fußgänger total bescheuert und halten sich an keine Regeln, die Hundeausführer kümmern sich einen Dreck darum, ob mir ihre Tiere ins Rad laufen, weil sie nicht angeleint sind. Aber auch mit Leine laufen die Hunde oftmals 10 Meter von den Besitzern (m/w/d) entfernt und gefährden so mich und andere Verkehrsteilnehmer. Was sind das alles nur für rücksichts- und gedankenlose Menschen?

Zum Schluss noch eine kleine Bildergalerie von der Tour:

 

 

 

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